Urkunde aus dem Jahre 1494 des Jacob Kätenpeck






Ich Jacob Kätenpeck die Zeit wirt zu Salach Bekenn für mich mein Hawsfrauen und unnser baider Erbn offenlich in dem Brief das Ich nach rate und wolbedechtlich zu aynem ewigen und stäten Kauff keuflich zu kauffengeben hab und gibe zu kauffen hiemit in Crafft des briefs dem Durchluchtign Hochgeborn fürsten und Hern Hw Görgn pfaltzgraven bey sein Hertzogen in Nide und Obern Bairn ich meynem genedigen Hw sein gnadn Erben und nachkomen mein Hawsung und stadell gelegn Im Markt zu Geiselhering zwischen des pewerleins und Galle hewsern seynen genaden zu aynem Ambtsmans haws doch unentgollten an dem Hofstat zynns so daraus get In den Aitterhof daselbs zu Geislhering meyner gnedigs frawen von Obermünster zu Regnspurg zugehörig darauf ytz und sitzt michel paur Zwelf regnspurg pfennig und zwo Hennen desgleichn Hw hannsen Zirler eynen Briester an vier schilling Landshut pfennig järlicher güllt, die er vmb vier pfund regnspurg pfennig abzulosen auf bemelter hawsung und stadl hat daran onentgelt vmb dieselbenn hawsung und stadl ist mir von gnantz meins gnedign Hw wegn ain solich Suma geltz darfur aws- gericht und betzalt daran mich wolbenuegtt hat und füran wolbenügn sol Vertzeihe mich darauf als das weder ich all mein erbn oder Jemands von wnnsen wegn zu der behawsung und stadl füro kain gerechtigkeit noch anforderung nichtmer haben suechen oder erdenncken wollen vil oder wenig in kain weiße Ich gerede auch seynen gnadn den Kauf Zuuersten Zuuertreten und richtig Zumach als solichs ewigs kaufs Lannds und des Margkts zu Geiselhering darinn die Stuck gelegen sind gewonhait und recht ist darumb soll alle mein Habe und guet verpfendt sein wo wir das nicht taten solanng bis das sein genad des Kaufs stille nutz und gewere oneschade ersessen habn alles treulich und ongeverde Des zu warem Urkund gibe Ich obgedacht Jacob Kätenpeck meynem obgnanten gnedign Hw den brief besigelt mit des Edeln vesstn Gigyn Vrmaßpergers zu Gynnkofn an der Zeit Brobstricht zu Geiselhering aigen anhanngenden Insigel den er mit vleiss darumb gepeten hab Jme seinen erbn und Jnsigell onschade darundter ich mich verpinde war und stät zuhallten Innhalt des briefs Zeugen der gebete umb das Jnsigel sein die Ersamen fridrich Bleichell und Linhart Tuechscherer baid burgere zu Geiselhering Gescheen An Frichtag nach vnnser Liebn frawen Liechtmestag Nach Ires Liebn Sons gepurt viertzehen Hundert vnd Im Vierte und Neyüntzigistn Jarn. [7-2-1494]
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, (GU Kirchberg 294)
Übersetzt von Willi Colmer im Dezember 2000


Inhaltliche Übersetzung der Urkunde

Ich, Jacob Kätenpek, Wirt zu Salach, bekenne für mich, meine Hausfrau und unsere beiden Erben, öffentlich in dem Brief, daß ich nach Beratung und mit Wohlbedacht dem durchlauchtigen und hochgeborenen Fürsten und Pfalzgrafen Georg, Herzog in Ober- und Niederbayern, sowie seinen Erben und Nachkommen, Haus und Herberge, gelegen am Markt zu Geiselhering, zwischen den Häusern des ,,pewerleins" und ,,Galle", als Amtmannshaus verkaufe. Nicht abgegolten sind damit der Hofstat Zins von 12 Regensburgischen Pfennigen und zwei Hennen an den Aitterhof zu Geiselhering, Eigentum der gnädigen Frau von Obermünster zu Regensburg, auf dem der Bauer Michel sitzt, sowie die jährliche Zahlung von 4 Schilling Landschut Pfennige an den Priester Hannsen Zirler zur Ablösung von 4 Pfund Regensburgischen Pfennigen. Für Haus und Herberge hat mir der genannte gnädige Herr eine Geldsumme bezahlt, mit der ich mich begnügt habe und begnügen werde. Ich verpflichte mich, daß weder ich noch meine Erben noch sonst jemand Forderungen suchen oder erdenken wollen, seien es viel oder wenig, in keiner Weise. Ich erkläre, daß Seine Gnaden den Kauf nach altem Recht und Gewohnheit verstehen, vertreten und machen darf. Wo wir uns nicht daran halten, soll all mein Hab und Gut verpfändet sein, bis Seine Gnaden über den Kauf zu seinem Nutzen und Gewähr ohne Schaden verfügen kann, treulich und ungefährdet. Diesen Brief gebe ich, Jacob Kätenpek meinem genannten gnädigen Herrn, zur wahren Urkunde, besiegelt mit dem anhängenden eigenen Siegel des Gilgn Urmaßpergers zu Gynnkofn, Propst zu Geiselhering, den ich mit Fleiß um das Siegel gebeten habe. Ich verpflichte mich, daß das für ihn und seine Erben ohne Schaden ist und der Inhalt des Brief eingehalten wird. Zeugen sind die ehrsamen fridrich Bleichell und Linhart Tuechscherer, beide Bürger zu Geiselhering. Geschehen am Freitag nach Maria Lichtmeß im vierhundertvierundneunzigsten Jahre. [7.2.1494]

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München (GU Kirchberg 294)

Übersetzt von Willi Colmer im Dezember 2000

 

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