Die Geschichte der Familie Kattenbeck

Mit diesem Beitrag soll aufgezeichnet werden, wann unsere Vorfahren geboren wurden, geheiratet haben und wann sie verstorben sind.

Auch soll darüber berichtet werden, was unsere Ahnen erlebt, wie sie gelebt und mit wem sie zusammen gelebt hat.

Was ist eine Familie?

Sie ist die Lebensgemeinschaft eines verheirateten Ehepaares und seiner noch nicht erwachsenen, unversorgten Kinder und im rechtlichen Sinne die Gesamtheit der durch Ehe und Verwandtschaft verbundenen Personen. Dieses sind die Ahnen, unsere Vorfahren und deren Nachkommen.

Die Form der Familie ist nach Zeiten und Kulturen verschieden. Sie ist die kleinste und wichtigste Einheit des gemeinschaftlichen Zusammenlebens und zeigt größere Beständigkeit als alle anderen Formen der Gemeinschaft.

Das Bürgerliche Gesetzbuch

Seit etwa 1900, mit der Einführung des  Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), genießt die Familie den besonderen Schutz des Staates durch das 4. Buch des BGB.

Unser Kalender

An dieser Stelle ist auch erwähnenswert, dass am 15.10.1582 der gregorianische Kalender von Papst Gregor dem XIII., der von 1572 - 1585 regierte, eingeführt wurde.

Der Kalender ist heute noch gültig.

Danach hat das Jahr 365 Tage und alle 4 Jahre, im sogenannten Schaltjahr, hat es 366 Tage.

Der Frühlingsanfang wurde danach auf den 21. März festgelegt.

Wo findet man alte Daten und Dokumente von der Familie? 

Wie fängt man an ?

Zunächst sammelt man die Daten der Verwandten, z.B.:

* Geschwistern,

* Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, usw.

* Onkel und Tanten,

* Schwäger und Schwägerinnen.

 

In welchen Quellen findet man solche Daten?

  * Hausstandsbuch (eine Art des Familienstammbuches siehe unten)

* Totenzettel

* Familienstammbuch  (ab 01.10.1874 gibt es die Standesämter)

  Stadtarchive,

* Alte Meldekarten,

* Hausbücher,

* Steuerlisten,

* Wählerverzeichnisse,

* Einwohnerlisten.

* Zivilstandsregister 1810 - 1814 (die sogenannte Franzosenzeit)

* Volkszählungen der Kirchen:

* 1662 Pfarreingesessene,

* 1702 Einwohner Liste (Nomina Parochianorum Embsdetten, Herbert Söthe)

* 1749 Status animarum,

* Staatsarchive:

* Hofakten,

* Urkunden aller Art,

* Verträge,

* Steuerlisten,

* Fischerei- und Jagdrechte.

*Kirchenbücher

  nur Taufen, Heiraten, Sterbefälle.

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Hier ein Auszug aus dem alten Personenstandsgesetz:

Hausstands-Buch des Gerhard Joseph Hüls

Westum 56 I, später Isendorf 20 b, dann Isendorf 40

Der Hausvater oder dessen Stellvertreter hat dieses Buch bei Geburts- oder Todes-Anmeldungen dem Standesbeamten vorzulegen, der dann kostenfrei die Anmeldung darin vermerkt.

Der Standesbeamte allein ist befugt, auf den bedruckten Seiten desselben etwas einzutragen. Soll das Buch auch zu anderen Aufzeichnungen benutzt werden, so muss hierfür die unbedruckte Seite benutzt werden.

Auszug aus dem

Reichsgesetz über die Beurkundung des Personenstandes und die Ehesch1ießung

vom 6. Februar 1875.

Die Beurkundungen der Geburten, Heiraten und Sterbefälle erfolgt ausschließlich durch die vom Staate bestellten Stan­desbeamten mittels Eintragung in die dazu bestimmten Register (§ 1).

 

Jede Geburt eines Kindes ist innerhalb einer Woche dem Standesbeamten des Bezirks, in welchem die Niederkunft stattgefunden hat, anzuzeigen (§ 17).

Zur Anzeige sind verpflichtet:

     1)  der eheliche Vater,

     2)  die bei der Niederkunft zugegen gewesene Hebamme,

     3)  der dabei zugegen gewesene Arzt,

     4)  jede andere, dabei zugegen gewesene Person,

     5)  die Mutter, sobald sie dazu im Stande ist. Jedoch tritt die Verpflichtung der 

           in der vorstehenden Reihenfolge später genannten Personen nur dann ein, 

           wenn ein früherer genannter Verpflichteter nicht vorhanden oder derselben an 

           der Erstattung der Anzeige verhindert ist (§ 18).

 

Die Anzeige ist mündlich von dem Verpflichteten selbst oder durch eine andere aus eigener Wissenschaft unterrichtete Person zu machen (§ 19).

Die Eintragung des Geburtsfalles soll enthalten:

     1)  Vor- und Familienname, Stand oder Gewerbe und Wohnort des Anzeigenden,

     2)  Ort, Tag und Stunde der Geburt,

     3)  Geschlecht des Kindes,

     4)  Vorname des Kindes,

     5)  Vor- und Familienname, Religion, Stand oder Gewerbe und Wohnort der Eltern,

           Standen die Vornamen zur Zeit der Anzeige noch nicht fest, so sind dieselben               

           nachträglich und längstens binnen zwei Monaten nach der Geburt anzuzeigen (§ 22).

Wenn ein Kind tot geboren oder in der Geburt verstorben ist, so muss die Anzeige spätestens am nächstfolgenden Tage geschehen (§ 24).

Wer ein neugeborenes Kind findet, ist verpflichtet, hier­von spätestens am nächsten Tage Anzeige bei der Ortspolizei zu machen (§ 24).

Jeder Sterbefall ist spätestens am nächstfolgenden Wochen­tage dem Standesbeamten des Bezirks, in welchem der Tod erfolgt ist, anzuzeigen (§ 56).

Zu der Anzeige verpflichtet ist das Familienhaupt und, wenn ein solches nicht vorhanden, 

oder an der Anzeige verhindert ist, Derjenige, in dessen Wohnung oder 

Behausung der Sterbefall sich ereignet hat (§ 57).

Der § 19 kommt auch in Beziehung auf die Anzeige der Ster­befälle zur Anwendung.

Die Eintragung des Sterbefalles soll enthalten:

     1)  Vor- und Familienname, Stand oder Gewerbe und Wohnort des Anzeigenden,

     2)  Ort, Tag und Stunde des erfolgten Todes,

     3)  Vor- und Familienname, Religion, Alter, Stand oder Gewerbe, Wohnort und 

           Geburtsort des Verstorbenen,

     4)  Vor- und Familienname seines Ehegatten, oder Vermerk, daß der Verstorbene 

           ledig gewesen sei, Vor- und Familienname, Stand oder Gewerbe und Wohnort 

           der Eltern des Verstorbenen (§ 59).

Die Berichtigung einer Eintragung in dem Standesregister kann nur auf Grund gerichtlicher Anordnung erfolgen (§ 65).

Wer den in den §§ 17 bis 20, 22 bis 24, 56 bis 58 vorgeschriebenen Anzeigepflichten 

nicht nachkommt, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft bestraft.

Die Standesbeamten sind außerdem befugt, die zu Anzeigen oder zu sonstigen 

Handlungen auf Grund dieses Gesetzes Verpflichteten hierzu durch 

Geldstrafen anzuhalten, welche für jeden einzelnen Fall den Betrag von 15 Mark 

nicht übersteigen dürfen (§ 68).

(Das Hausstands-Buch ist im Besitz der Familie Bernard Hü1s, Emsdetten, Isendorf, Verwandtschaft mütterlicher Seite)

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Urkunden der Familie Kattenbeck

Über einige der alten Höfe befinden sich Urkunden in den Oberbayrischen Archiven, im Hauptstaatsarchiv München sowie eine Hofakte über den Kattenbecks Kotten im Staatsarchiv in Münster.

 Probleme gab es beim Lesen der alten Handschriften, denn Kopien dürfen von den alten Dokumenten nicht immer angefertigt werden. Auch sind die Familiennamen nicht immer gleich geschrieben, zum Beispiel: Kattenbecke, Kättenpöckh usw, aber dazu gleich mehr und auf der  Internetseite "Schreibweisen".

   

Wie entwickelte sich der Familienname "Kattenbeck"?

 Im 14. Jahrhundert, also mit dem Ende des Mittelalters, konnte man in den Orts- oder Bauerschaften die Personen mit den herkömmlichen Vornamen wie Joan, Bernard, Heinrich, Herman usw. nicht mehr unterscheiden. Die Unterscheidung war aber für das Erfassen in den alten Schatzungen und Heberegistern erforderlich. Es entstand so ein Hausname oder wie man früher sagte, "de Husname", der noch nicht der eigentliche Familienname war.

 Einige dieser Namen sind uns bis heute erhalten geblieben, wie Diekhus, Feldhus, Niehus usw. Man bediente sich auch Namen anderer Herkunft. Man bildete Hausnamen aus den Vornamen, nach Bibelnamen, nach Spitznamen, nach den Eigenschaften von Leib und Seele, nach Berufen, nach Farben, nach Tieren, nach Verwandten, wie Schwager oder Vetter, nach Lage des Hauses, nach der Heimat und der Herkunft.

 Die in vielen Familiennamen vorkommenden Endungen, wie inck, ing, hove, becke, velt, kamp, brock, peckh, pöckh usw. erhielten die Erben und Nachkommen. Wie z.B. beim Hof des Deitmar, dann Deitmaring.

 Ergab sich einmal die Notwendigkeit Familiennamen schriftlich festzuhalten, wurden diese von schriftkundigen Personen niedergeschrieben. Dass dabei Missverständnisse vorkommen konnten liegt nahe, zumal die Namen mundartlich übergeben wurden,. Es konnte auch nicht ausbleiben, dass derselbe Name von einem anderen Schriftkundigen anders aufgefasst und zu Papier gebracht wurde. Auf diese Weise hat sich im Laufe der Zeit eine bunte Vielfalt der Schreibweisen ursprünglich gleichlautender Namen herausgebildet.

 Beim Familiennamen "Kattenbecke" ist die Endsilbe "Becke" vom Bach abgeleitet worden, der über das Grundstück von Kattenbecks (heute Overbeck) fließt und beim "Heiländken" in den Hummertsbach einmündet.

  Woher aber die Bezeichnung "Katten"? Nahe liegt hier die Ableitung von Katzen gleich "Katten" in plattdeutsch, oder auch wie im Festbuch der Schützengesellschaft "Westumer Einigkeit" von 1983 das Wort "Kuorte", wie "kurz".

 In einem Gespräch mit einem Namensvetter Kattenbeck aus Schierling, südlich von Regensburg, wurde mir berichtet, dass der Name Kattenbeck von dem germanischen Volksstamm der Chatten, oder auch Katten geschrieben, stamme. In einer großen Schlacht seien die Chatten zerschlagen worden. Ein Teil des Stammes habe sich an der Donau zwischen Regensburg und Deggendorf niedergelassen. Ein anderer Teil sei nach seiner Information nach Norddeutschland gezogen.

 Die Chatten lebten in Niederhessen zwischen Fulda, Eder und Schwalm. Sie waren wegen ihrer Kriegstüchtigkeit berühmt. Dieses bezeugte auch der römische Geschichtsschreiber Tacitus. Die Chatten bildeten die Vormauer Deutschlands gegen die Römer. Hauptsächlich gegen sie richtete sich die Anlage des Grenzwalls "Limes".

 Es kann aber auch ein reiner Zufall sein, dass der Name Kattenbeck vorkommt. Einen Beweis dafür gibt es in Südkirchen. Für ein neues Baugebiet wurden Straßennamen gesucht. Da durch dieses Gebiet der Katzenbach fließt und in Südkirchen noch plattdeutsch gesprochen wird, hat man einer Straße den Namen "Kattenbeck" gegeben, so der Heimatbund Nordkirchen. Das Gleiche gilt für die Stadt Stade. Dort gibt es eine Straßenbezeichnung mit dem Namen "Am Kattenbeck". Auch hier ist der Name von einem Katzenbach abgeleitet, so der Archivar der Stadt Stade.

 Sollte die Theorie aus Süddeutschland  somit richtig sein, den Haus- oder Familiennamen nach der Heimat, also der Herkunft zu benennen?

"Colunt discreti ac diversi, ut fons, ut campus, ut nemus placuit"

-sie siedeln jeder für sich und weit verstreut, wie ihnen gerade eine Quelle, ein Feld und ein Hain zusagt-

So beschreibt Tacitus in seiner Germania die Siedlungsweise unserer Vorfahren.

 

In diesem Falle wären wir urwüchsige Germanen. Denn diese verbanden Blut und Scholle in streng ständischer Ordnung des bäuerlichen Gemeinwesens zu einer harmonischen Einheit, mit der sich alle Glieder auf Gedeih und Verderben verbunden fühlten. In diesem familiären Gemeinschaftsgefühl wurzelte die tiefe Heimatliebe.

Betrachtet man unsere Familie, dann erkennt man auch dort die Heimatliebe.

 Wir sprechen dann von "Bodenständigkeit". Bis heute sind aus Norddeutschland nur wenige unserer Familienmitglieder aus dem Münsterland verzogen. Dies galt auch für alle Kattenbecks rund um Regensburg.

 Wie nun der Name "Kattenbeck"  im 14. bzw. 15. Jahrhundert entstand, lässt sich leider nicht klären.

 

Chatten von 9 v Chr. - 723 n Chr.

 

Kattenbeck Süddeutschland

Norddeutschland

An der Geschichte 

wird fleißig weitergeschrieben.

 

 

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